News, 26.03.2012

Eine kurze Zeit in Nürnberg.

    Der Astrologe Markus Termin führt uns durch die deutsche Stadt Nürnberg. Ich hatte das Vergnügen, mir von ihm in kurzer Zeit einen Teil der Stadt zeigen zu lassen. Da gibt es Festungsmauern, burgähnliche Gebäude, viel Verkehr und eine führerlose U-Bahn. Meine Freundin Maggie – seit 15 Jahren hauptberufliche Hexe – würde meinen: es war eine gute Zeit, um eine kurze Reise anzutreten. Sie spricht von Zeitqualität. Mir selbst ist und bleibt der Faktor Zeit ein Rätsel. Für mich ist Zeit bloß eine Erfindung, mehr noch ein Gefühl und verGEHT zu langsam oder zu schnell und seit gestern wurde uns wegen der Zeitumstellung eine ganze Stunde Zeit gestohlen...

    „Was aber ist eigentlich genau „Zeit“ in der Astrologie?“ fragt sich auch Markus Termin. Überall ist Eile – doch die kommt eher von all den uns laut umgebenden Maschinen, einer Art gehetzter Scheu, die uns psychologisch über das physiologische – Staub, schlechte Luft, Lärm, Abwehrreflexe, etc. erreicht und in uns die Sehnsucht nach einem Ort der Stille weckt; wie nach den plätschernden Zen-Gärten auf den Dächern japanischer, gut gegen Erdbeben ausgefederter Wolkenkratzer. Lasst uns an einen solchen inneren Ort GEHEN, um zu verstehen, was „Zeit“ in der Astrologie ist, und was sie demnach fundamental für uns alle bedeutet. Die Astrologie hat ja Anschluss an die Urgeschichte der Astronomie – ursprünglich, wie jeder anerkennt – waren beide eines.

    Diese Zeit geht zurück in die Epoche, aus der die sich kulturidentisch ähnelnden Kalender-Goldhüte stammen, die überall in Europa gefunden wurden und in die Zeit der Menhire und Hühnengräber passen; die Zeit der Langboote, die alle 30 Jahre mit Saturn im Stier gen Island segelten, vorbei an den Färöer -Inseln. Und von Island – „ … sähen dort dreißig Tage lang die Sonne weniger als eine Stunde lang täglich verschwinden“ – weiter auf die Inseln des Kronos – in der Karibik, wie ich annehme, „denn wunderbar,“ heißt es im Originaltext, „sei die Natur der Insel und die Milde der sie umwehenden Luft … ,“ … dort schlief, so erzählt Plutarch (45 p.Chr) – einer der großen Gelehrten des klassischen römischen Kaiserreiches mit hellenischen Wurzeln – der Gott der Zeit, Kronos „von einer tiefen Höhle aus goldfarbigem Gestein umschlossen;“ Der Schlaf sei als Fesselung des Zeus über ihn verhängt in einer Höhle, wohin sein Sohn – Zeus ihn verbannt habe … ein lieblicher Duft geht von dieser Höhle des nur schlafenden Kronos, des archetypischen Gottes der „Zeit“ aus. Der – so Plutarch – auf den Inseln der Karibik – schläft - in der Zeit?

    In dieser Reiseerzählung steckt eine astrologische Zeiteinheit und Charakterisierung zugleich - der Zyklus, dem die heiligen Reisen der Kronos-PriesterInnen, der heiligen-Zeit-Wächter und Kalender-Hut Druiden folgte, war der Umlauf eines Saturn-Zyklus, fast also 30 Jahre und zwar, wie Plutarch schreibt, wenn Saturn im Zeichen Stier stand. Dies ist nicht nur eine astrologische Bestimmung, sondern auch eine Bestimmung der Zeit in der Astrologie, als einer schlafenden  „goldenen“ Zeit – der Zeit des Stier-Gottes, der auf seine Wiederauferstehung wartet.

    Himmelskunde als rituelle Reise auf dem Atlantik, deren Kontinental-Umriss, wie vermutet wird, sich in erinnerten Sternenkarten spiegelte und so die Sternzeichen zu navigatorischen Wegmarken auf dem Atlantik machte.

    Die Geschichte ist bedeutsam, weil ihre Nacherzählung durch Plutarch über 1900 Jahre zurückliegt – zum einen – und zum anderen, weil sie selbst ein Kommentar zum Zeit-Thema ist, denn Kronos steckt noch in jeder Uhr und Chronologie – auch dann, wenn er auf Kuba, Jamaika, oder auf St. Kitts schläft.

    Demnach wäre die indianische Besiedelung dieser Karibik-Inseln – und das stimmt mit den antropologischen und archäologischen Markierungen überein, erst im ersten Jahrtausend nach Christi erfolgt, während Inseln vorher von Priester-Argonauten Hellenen – „Kelten“ – bewohnt waren – eigentlich der europaweiten Kalender-Goldhut Kultur, die noch vor diesen Stammesbildungen steht.

    Doch wenn wir der sagenhaften Erzählung Plutarchs folgen, die schon in der Vergangenheit für Aufregung und Interpretation gesorgt hat, dann sind wir auch einer Zeit nahe, in der Zeit selbst  nicht durch Zahlen erkannt wurde, sondern nur durch die überlieferte Übereinstimmung von göttlichen Orientierungslichtern am Himmel, die geometrischen Grundformen entsprachen, die dem Gesetz einer universellen und daher auch göttlichen Proportionalität folgten – Formen, die sich z.B. im Venus-Pentagramm geometrisch darstellen ließen. Noch das Freiburger Münster, so lernten wir als Schüler, wurde von frühmittelalterlichen Baumeistern geometrisch proportional geplant, nicht zahlenmäßig numerisch gerechnet.

    Die Scheibe von Nebra ist ein Zeit-Navigationsinstrument aus jenen Tagen, als das Sternbild Stier als Zeit- und Raum-Navigationsmerkmal abgelesen wurde.

    Die Entstehung der Astrologie aus der zahlenlosen Geometrie, dem Messen ohne Zahlen, erklären Natalis und Thomas Lorenz in ihrem Buch „Weltwunder Himmelsscheibe“, und zwar als funktionierendes Chronogramm – oder „Memogramm“. Geometrische Figuren sind demnach ursprünglich Merkfiguren zeitlicher Abläufe, die sich am Himmel ablesen lassen.

    Man könnte also sagen, daß im Gegensatz zur heutigen Naturwissenschaft, nach der Zeit an der Strecke abgelesen wird, die Licht (im Vakuum) in einer Sekunde zurücklegt (wobei Achtsame zu Recht fragen, ob die Sekunde, die ein Bruchteil des Tages ist, für diese Definition nicht die bleibend schwankende Voraussetzung liefert) in der Astrologie die traditionell bestimmende Zeiteinheit der siderische Umlauf (gemessen also an seiner Position zu den Fixsternen) des Planeten Saturn/Chronos ist: ca. 29,5 Jahre.

    Aber das ist nicht alles. Denn eigentlich handelt schließlich jeder einzelne Planet in seiner „Spähre“ und mit seinem Rhythmus der Wiederkehr vom Thema „Zeit“: das ganze Schema ist recht eigentlich Zeit, wie eine große ineinander greifende Uhr, die auch tatsächlich das Urbild der Uhr bietet und liefert, wie uns jener geheimnsivolle astrologische Apparat, genannt „Antikythera-Mechanismus“ nach seinem Fundort im Meer, offenkundig beweist. Zeit ist demnach ein messbares Phänomen nur durch wiederkehrende Rhythmen.

    Vom Standpunkt des Menschen jedoch, ohne abstrakte Verzerrung, stellt sich die Frage nochmals anders: man kann nämlich fragen, wo denn eigentlich die Zeit ist? Ist sie etwas äußerliches, oder ist sie etwas innerliches, zu uns gehörendes, hat sie „Ausdehnung“? Fest steht, dass das Horoskop selbst – ähnlich wie eine Fotografie – keine Zeit zeigt, sondern zunächst das genaue Gegenteil eines fließenden, rhythmischen Verlaufes: die quasi eingefrorenen Planetenpositionen zu einem bestimmten „Zeitpunkt“.

    Die Frage danach, „wo denn eigentlich die Zeit sei?“, ist sie innerlich oder äußerlich, kommt einem nicht mehr ganz so absurd vor, wenn diese Frage auf den Raum ausgedehnt wird: „Wo sind wir, wenn wir in der Welt sind?“, fragt Cai Werntgen – und fragt in dem Sinne ob wir den Raum, der wir recht eigentlich selbst in all unserer Körperlichkeit sind, tatsächlich auch ausmachen? Diese Betrachtung kontrastiert – wie Werntgen wunderbar demonstriert – mit der bis heute gebrauchten Raum-Definition des Aristoteles – die letztlich den Raum als Geometrie denkt, der aus der metaphysischen Entität „Punkt“ gewonnen wird. Wir sind jedoch kein „Raumpunkt“ und uns ist auch kein „Zeitpunkt“.

    Augustinus schreibt zum selben Thema: „In dir, mein Geist, messe ich die Zeiten; dich messe ich, so ich die Zeit messe. Komme mir nicht mit der Frage in die Quere: wie denn das? Verleite mich nicht dazu, von Dir wegzusehen durch eine falsche Frage. Komme die selbst nicht in den Weg durch die Verwirrung dessen, was dich selbst angehen mag. In dir, sage ich immer wieder, messe ich die Zeit; die vorübergehend begegnenden Dinge bringen dich in eine Befindlichkeit, die bleibt, während jene verschwinden. Die Befindlichkeit messe ich in dem gegenwärtigen Dasein, nicht die Dinge, welche vorübergehen, dass sie erst entstünde. Mein Mich-befinden selbst, ich wiederhole es, messe ich, wenn ich die Zeit messe.“ (Nach Martin Heidegger „Der Begriff der Zeit“)

    Das kommt der Auffassung der Astrologie sehr nahe – wobei diese Auffassung voraussetzt, daß wir als Menschen – um beim Raum/Zeitbild zu bleiben – gar nicht allein dort „sind“, wo sich unser physischer Leib aufhält, sondern wir – gebunden durch Her-Kunft und Zu-Kunft – eben auch gleichzeitig dort draußen bei den Planeten sind – unser Körper letztlich mindestens das Sonnensystem umspannt – im Traum zumindest und nach dem Tod, unterwegs zu neuer Inkarnation.

    Denn nur so – im Rahmen einer „Sinuskurve“ zwischen Diesseits und Jenseits – ist nach Auffassung der esoterischen Astrologie der Mensch überhaupt zu denken und zu verstehen, denn warum sollte jemand mit einem persönlichkeitsprägenden Horoskop zur Welt kommen, wenn nicht bestimmte, astrologisch ablesbare Voraussetzungen notwendig vor diesem Leben gegeben wären?

    Folgt man mit solchen Gedanken Rudolf Steiner auf dem Weg, den er als Seelenreise vor der Inkarnation beschreibt, dann haben wir alle eine Zeit lang unseren „Aufenthalt“ in jenen Planetenspähren, bevor wir uns hier wieder einfinden können. In diesem Sinne geht es gar nicht um Zeit, sondern um Entwicklung, die eines Tages erlösend wieder dort münden soll, wo mit der Zeit auch jener Rhythmus von Sein/Vergehen/Werden seinen Ursprung hat, um überwunden zu werden. In diesem Sinn ist Zeit eigentlich nicht existent.

    So denkt auch Parmenides, wenn er schreibt: „Denken und des Gedankens Ziel ist ein und dasselbe; denn nicht ohne das Seiende, in dem es sich ausgesprochen findet, kannst Du das Denken antreffen. Es gibt ja nichts und wird nichts anderes geben außerhalb des Seienden, da es ja das Schicksal an das unzerstückelte und unbewegliche Wesen gebunden hat. Darum muss alles leerer Schall sein, was die Sterblichen [in ihrer Sprache] festgelegt haben, überzeugt, es sei wahr: Werden sowohl als Vergehen, Sein sowohl als Nichtsein, Veränderung des Ortes und Wechsel der leuchtenden Farbe.“ (Nach Hermann Diels)

    Solches bedenkend wird „Zeit“ in der Astrologie zum Entwicklungsweg des Menschen. Der Mensch selbst ist der Maßstab – stagniert seine/ihre Entwicklung im Aufstieg zu höherem Bewusstsein, so vergeht – mag sonst gemessen werden, was will – eigentlich keine Zeit in unserem Sinn.

    Ein expliziter weiterer Planeten-Bote der Zeit in der Astrologie ist Hermes/Merkur, der Götterbote – und doch selbst ein Gott – der den Botendienst nur als Witz versteht – weil es ihm leicht fällt/Vergnügen zu bereitet, sowohl in Richtung Ober- als auch in Richtung Unterwelt. Denn er ist es doch, der die Botschaft überbringt, auf die es ankommt.

    Zur der Zeit, in der ich diese Zeilen tippe, schreibt Markus Termin mir, steht Merkur im Wassermann in exakter Konjunktion hinter der Sonne, er versteckt sich also in der „Höhle“ seines Bruders Apollon, der Sonne, die uns den Tag in 2 Hälften teilt und das Jahr in Sommer und Winter. Bereits eine Zeit lang später, jetzt, wo ich diesen Beitrag online stelle, gehen die Uhren um eine Stunde vor und der Planet Merkur retour. Die Astrologie spricht von einem rückläufigen Merkur und warnt eindringlich vor Vertragsabschlüssen oder wichtigen Käufen in dieser Zeit. Manchmal ist es aber auch gar nicht schlecht, nochmal zurückzuGEHEN – wenn auch nur in GEHdanken - um zu prüfen, ob alles so ist, wie man es möchte.

    Wer mehr über die Zeit, die Astrologie oder die Zeitqualität im eigenen Horoskop wissen mag, kann Markus Termin anrufen: 0049/911 27 46 818
    oder seinen Blog lesen: http://markustermin.wordpress.com/

    Für Fred & Co: Die Astrologie ist eine der ältesten Wissenschaften unserer Erde. Für ihr Funktionieren existieren zwei Theorien. Die eine ist, dass uns Himmelskörper feinstofflich beeinflussen können, denn grobstoffliche Auswirkungen auf uns haben sie genügend. Sei es die Kraft der Sonne, ohne die wir nicht existieren könnten, oder der Rythmus des Mondes, der Zyklen wie Ebbe und Flut kontrolliert.

    Die zweite Theorie ist eine, die vor mehr als 4.000 Jahren geboren ist. Der Philosoph Hermes Trismegistos (Verfasser der hermetischen Schriften) besagt in seinen "Kosmischen Gesetzen", dass Astrologie das Prinzip "so wie oben so auch unten" ist. Das heißt, dass vom Makrokosmos bis in den kleinsten Mikrokosmos, zur selben Zeit die gleichen Energien frei werden. Ähnliches wird heute in der modernen Quantenphysik beobachtet.

    http://markustermin.wordpress.com/

    Von: Markus Termin, Doris Rittberger

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