News, UrbTV, 24.10.2011

Meditadoofes Gehen.

    Diesmal dürfen wir Jine`s Papa an seinen WildPlace begleiten. Er selbst stellt sich immer als „der verhaltensauffällige Vater von Jine“ vor. Während wir durch die Meidlinger Hauptstraße urben, erklärt mir Reinhard, wie er seinen GEHpunkt findet und welche Methoden es gibt, um wieder besser den Boden unter den Füßen zu spüren und dem Teufelskreis des Gedankenstromes ein Schnippchen zu schlagen.

    Reinhard ist ein Geher in Wien, so wie alle anderen Menschen, die in Wien zu Fuß gehen. Wir sind hier auf dem Meidlinger Platzl. Hier führt die Meidlinger Hauptstraße hinauf. Jede Woche mindestens einmal geht Reinhard diese Straße entlang. Während er so geht, merkt er, daß ihn seine Gedanken im Kopf spazieren führen. So ganz in Gedanken versunken kann es schon einmal vorkommen, dass Reinhard mit Jemandem zusammenstößt oder er sich schreckt, weil ein Hund bellt. Wenn das passiert weiß er, dass er wieder einmal beim meditadoofen Gehen angelangt ist.

    Und Abends fragt sich Reinhard dann oft, ob ihn einer seiner meditadoofen Gedanken an irgendeinem Punkt, bei dem es darum ging, wie es weitergehen soll im Leben, schon einmal tatsächlich etwas gebracht hat. Die Antwort auf diese Frage ist wohl ein klares Nein. Baldur Preiml spricht von der Gedankenmaschine im Kopf und dass es besser wäre, sie öfter einmal abzuschalten. Preiml sagt, ¾ aller meditadoofen Gedanken sind angeblich ohnehin für die Katz und führen zu nichts.

    Was aber tun, wenn diese rotierende Gedankenkraft, der Teufelskreis des Gedankenstromes so gar keine Ruhe geben mag? Reinhard meint, es hilft ihm, wenn er stehen bleibt und seinen Blick auf etwas Alltägliches, wie zB ein Schaufenster richtet und dabei seine Schultern frei gibt. Alle Schwerkraft rieselt von den Schultern in die Beine. So kann man den Boden unter den Füßen wieder spüren. So kann die Anspannung in den Schultern nach lassen. Der neu gefundene GEHpunkt ist die Ausgangslage für ein anderes Gehen.

    >Ich lasse mich gehen, ich gehe wie ich gehe und ich lasse mich gehen, wie ich gehe. Ich spüre mich, wie ich gehe. Ich schau mir die Menschen an, wie sie gehen und ich lasse sie gehen, wie sie gehen<

    Ausprobieren! Es zaubert ein Lächeln in euer Gesicht!

    By: Doris Rittberger

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