Point, Wien, News
Wasser Spiele.
Die hitzegeplagten Füsse durch kühles Nass erlösen!
- Bademöglichkeit
- Gewässer
- Hunde erlaubt
- Pflanzen
- Picknickplatz
- Spiel-, Sportmöglichkeit
Badeteich Süssenbrunn
1220 Wien, Wagramer Straße 296
Koordinaten: 48°16'36.62"N, 16°29'12.46"E
Dechantlacke und obere Lobau
1220 Wien, Dechantweg (Fußweg!)
Koordinaten: 48°11'30.52"N, 16°28'30.22"E
Wienerbergteich
1100 Wien, Triester Straße 91
Koordinaten: 48° 9'44.97"N, 16°20'50.56"E
Heiß kann's werden in der City. Wenn der Asphalt zu glühen droht und sich kein Lüftchen mehr regt, dann ist es auch für die Urbs an der Zeit, die Beine – anstatt in Gehmodus – in Schwimmstellung zu bringen. Für eine Binnenstadt hat Wien – dank der Donau – Bademöglichkeiten, wie sie kaum in einer anderen Metropole zu finden sind. Von Greifenstein und Kritzendorf über die Strandbäder der Alte Donau sowie Donauinsel bis in den Nationalpark Donauauen ziehen sich die Einstiegsstellen ins kühle Nass. Die beträchtliche Zahl an öffentlichen Schwimmbädern wäre ebenfalls eine Alternative – sofern keine Tendenz zu Platzangst besteht – um der Hitze zu entfliehen. Doch diesmal gelüstet uns nach einem Teich.
BADETEICH SÜSSENBRUNN
Klares und erfrischendes Wasser ist diesem Teich eigen, der aus einer der vielen Schottergrabungen in diesem Grätzel entstanden ist. Lagerwiesen und Schattenspender umsäumen das Seeufer genauso wie auch ein naturbelassener Vegetationsbereich an dessen Südseite. Etwas östlich des Badeteichs liegt übrigens ein weiterer – etwas größerer See – der zum Angeln gepachtet ist, auf dem aber auch gesurft wird. Leider werden die Teiche durch eine geplante Wohnanlage bedroht. Dadurch würde nur noch ein kleiner Einstiegsbereich der Öffentlichkeit zugänglich sein.
DECHANTLACKE UND OBERE LOBAU
Die Dechantlacke liegt inmitten des Auwalds der Lobau und hat eher schon die Dimensionen eines Sees. Daher ist die Wasserqualität auch den ganzen Sommer über richtig gut und erfrischend. Badekleidung ist nicht unbedingt von Nöten, denn die meisten Schwimmer frönen hier der Freikörperkultur. Eine Menge Schatten spendender Bäume sowie eine sonnenbeschienene Liegewiese mit einem sanften Wassereinstieg hat die Lacke zu bieten. Einziges Manko: An sehr schwülen Nachmittagen können die Gelsen lästig werden!
Die Schwester der Dechantlacke ist die Panozzalacke, ebenfalls in der Lobau gelegen. Dennoch ist ihr Charakter ein völlig anderer. Der Auwald umrundet nicht mehr den ganzen See und das Wasser ist wesentlich seichter. So kann die Lacke im Hochsommer recht warm werden. Dafür liegt eine riesige Spiel- und Liegewiese an ihrem Ufer und »am Knusperhäuschen« können Erfrischungen sowie kleine Imbisse erworben werden. Auch die leidigen Gelsen zeigen sich wesentlich weniger an dieser Lacke.
Ein weiterer, freigegebener und auch feiner Badebereich des Nationalparks ist das Donau-Oder-Kanal Becken – einladend mag der Name zwar nicht klingen, aber Baden kann man an Abschnitt 2 (DOK2) hervorragend. An seiner Nordseite befindet sich auch eine Liegewiese. Der Kanal – insgesamt in vier Abschnitte geteilt, ist nicht nur ein ausgesprochen ruhiges Platzerl, sondern überzeugt vor allem durch seine Wasserqualität. Erbaut wurde dieses 1,6km lange Teilstück, um eine Verbindung zwischen Oder und Donau herzustellen. Das Projekt wurde aber nie vollendet.
WIENERBERGTEICH
Freilich – mit einem Gebirgssee ist er nicht verwandt – der Wienerbergteich. Wie denn auch, war er lange Zeit eine Abbaustätte für Lehm. Daher hat auch sein Wasser die fahle Farbe. Die Qualität dieses, ist aber laut Auskunft der Stadt Wien keineswegs bedenklich, auch nicht wenn der Wasserstand aufgrund aufeinander folgender Hitzetage sinkt. Einstiegsstellen ins Nass sowie Liegewiesen und Bankerl gibt es um den ganzen Teich verteilt. Der Wienerberg ist übrigens Landschaftsschutzgebiet, also nicht erschrecken, wenn beim Baden mal eine Sumpfschildkröte vorbeischwimmt.
Google-Maps
HISTORISCHES
Abgesehen von mittelalterlichen Badehäusern zog der Wiener bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts die trockene Sauberkeit dem »Planschen« vor. Ein Umdenken begann erst, als Seuchen und Epidemien die Großstädte reihenweise heimsuchten. Damals entstanden für das gemeine Volk die »Tröpferlbäder« – meist Duschanlagen, bei denen es oft zu Engpässen der Wasserversorgung kam, sodass es nicht mehr floss, sondern nur noch »tröpfelte«. Bis zum 1. Weltkrieg entstanden 19 dieser Bäder. Im »Roten Wien« wurde der Ausbau fortgesetzt, bis in den 60er Jahren das Interesse an den Einrichtungen – durch Einkehr des Badezimmers in die Haushalte – zurückging. Erst die Transformation der Bäder von Hygiene- zu Freizeitoasen füllte diese erneut. Naturbaden befand sich ebenfalls um 1900 in den Startlöchern und »Spass sowie Erholung« blieben die konstanten Antriebfedern.
DAS TEXTILLOSE BADEN – EINE ABGESCHLOSSENE REVOLUTION?
Vorreiter Florian Berndl – der 1900 das Gänsehäufel pachtete – scheiterte mit seiner »Idee vom naturnahen Baden«, genauso wie andere Freidenker der Monarchie. Die erste Genehmigung erhielt 1927 der »Bund freier Menschen«, dem die sozialistische Stadtverwaltung ein Gelände in der Lobau zu Verfügung stellte. Dieser in »Sport- und Geselligkeitsverein« umbenannte Bund konnte auch den Nationalsozialismus überstehen, denn diese hatten – Juden ausgenommen – nichts gegen die Freikörperkultur. In der 2. Republik traten wieder verschärfte Gesetze in Kraft, die »Nacktbader« in Schranken wies. Erst 1968 konnten diese endgültig gebrochen werden. Nun wäre nur noch ein Problem zu lösen und das liegt im kollektiven Hirn vergraben: Denn gerne gesehen wird ein »Nackter« nur, wenn er schlank, jung und braun gebrannt ist.
UMGEBUNGSTIPPS
Badeplätze Obere Lobau:
Donau-Oder-Kanal II
1220 Wien, Lobau (91 A > Station Ölhafen, dann etwa 3km Fußmarsch)
Dechantlacke
1220 Wien, Lobau (91A > Station Roter Hiasl/Raffineriestraße, dann 1km Fußweg)
Panozzalacke
1220 Wien, Lobau (91A > Station Lobgrundstraße, dann 800m Fußweg)
Sonstige Naturbadeplätze ohne Eintritt:
Rosenwasser (Seitenarm Heustadelwasser)
1020 Wien, Prater Hauptallee
Badeteich Hirschstetten
1220 Wien, Spargelfeldstraße
Badeplatz Kaiserwasser
1220 Wien, Wagramer Str./Am Kaiserwasser
Donauinsel/Neue Donau
1210 Wien bis 1220 Wien, gesamter Verlauf
Badestrand Romaplatz (Alte Donau) 1210 Wien, Arbeiterstrandbadstrasse/Lovaraweg
Strombad Kritzendorf
3420 Kritzendorf, Badgasse (Nähe Bahnhof)
Strandbad Greifenstein
3422 Greifenstein, Am Damm
Acts English
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