Track, Wien, News

Reizende Rendezvous.

WürstelstandFriedhof HietzingSchoenbrunnKuhORF

Polymorphe Begegnungen auf dem Weg durch die Hietzinger Berg- und Talwelt.

Schwierigkeit: 1 (Sandale)
Streckenwanderung: Hietzing über Marillenalm, Gloriette, Künigl- und Roten Berg
Länge: 7,74km
Startpunkt: U4 Center, 1120 Wien,
Schönbrunner Straße 222-228
Koordinaten: 48°10'59.86"N, 16°19'42.95"E
Öffis: U4 > Meidling Hauptstraße

TRACKBESCHREIBUNG
Scheinbar ziellos bewegen sich zwei aufmerksam beobachtende Urbs auf den Gassen durch diesen gewitterschwangeren Tag. Ziellos? Nein, es gibt ein Ziel: Begegnungen. Das Treffen auf Menschen in verschiedensten Situationen – am Würstelstand pausierende, Sehenswürdigkeiten fröhnende, Gräber pflegende, Business getriebene oder Freizeit genießende. Auf diesem Track urbt der Begeher von einer Kulisse in die nächste – die einerseits historisch gewachsen und andererseits exakt konstruiert wurden – und trifft auf Darsteller und Statisten dieser realen Bühnen. Nicht nur Schönbrunn ist ein perfektes Ensemble aus Bauwerken, um sich darin wie in einem Film zu fühlen, sondern auch kleinere Orte erzeugen diese Atmosphäre. Klappe die Erste: Marillenalm – der Garten eines ehemaligen Bordells der Jahrhundertwende – heute ein düsterer Park. Weitere Kulissen: Altwiener Würstelstand, Freitodbrücke Tivoli, majestätische Gloriette, original Tiroler Almhütte, Hochsicherheitstrakt ORF-Zentrum, grünes Vorstadtparadies,...

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TRACKVERLAUF
Die Schönbrunner Straße überqueren und in die Theresienbadgasse (Bücherzentrum) einbiegen. Rechts am Bad vorbeiurben. Anschließend über die Ruckergasse in die Rosasgasse bis zur Bischoffgasse gehen. In diese links einbiegen. An deren Ende stößt man auf die Tivoligasse – in diese rechts hinein und bis zum Eingangstor der Marillenalm marschieren. Nun geht es durch diesen Park bergauf bis zur Brücke an der Hohenbergstraße, die direkt zum »Maria Theresia Tor« des Schönbrunner Schloßparks führt. Danach geradeaus, vorbei an der Gloriette zum Tiroler Hof. Kurz vor diesem, links in den Schotterweg einbiegen der zum »Tiroler Tor« führt. Hier befindet sich der Maxingpark und der Friedhof Hietzing. Nach deren eventuellen Besuch stadtauswärts die Elisabethallee entlang, direkt auf den Küniglberg. Anschließend durch den kleinen Wald hinab zur Lainzer Straße. Diese ein Stück nach links wandern, dann überqueren und in die Veitingergasse eintreten. Weiter bis zur Josef-Gangl-Gasse, die auf den Roten Berg führt. Hier über einen der Wiesenwege hinunter zur Hietzinger Hauptstraße und durch die Testarellogasse bis zur U-Bahn Station Ober Sankt Veit.

HISTORISCHES
Es ist nicht leicht etwas über Schönbrunn zu erzählen, das relativ unbekannt ist. Doch auch diese Anlage hat ihre Geheimnisse. Der Tiergarten, der übrigens der älteste Zoo der Welt ist, beherbergt ein Kerngebäude: Den achteckigen Kaiserpavillon. Sein Erschaffer, Kaiser Franz Stephan von Lothringen, ließ bei der Planung seine Kenntnisse um die Zahlenmagie (Kabbala) einfließen. So illustriert z.B. das Deckengemälde die alchemistische These, dass alles in der Welt der Wandlung unterworfen ist. Kreisförmig um den Pavillon wurden 12 Logen für Tiere angeordnet – genauso viele, wie es astrologische Tierkreiszeichen gibt. Geht man ins Detail, wird klar, das die gesamte Menagerie ein einziger »magischer Schaltplan« ist und das Gesamtkonzept sich bis in den Schlossgarten zieht. Jedem »Mystik« Interessierten sei das Buch »Tiergarten Schönbrunn« von Gerhard Kunze ans Herz gelegt.

EICHHÖRNCHEN – (K)EIN(E) ALLESFRESSER
Auf diesem Track findet bestimmt ein Rendezvous statt: Eines mit Eichhörnchen. Sowohl in Schönbrunn – hier sind sie besonders frech – als auch am Friedhof und am Roten Berg. Biologisch gesehen gehören die Hörnchen zu den Allesfressern. Doch wenn so ein Tierchen mit einer Rumkugel im Gebüsch verschwindet, muss ich mein Vertrauen in den Menschenverstand der Fütterer revidieren. Weißbrot, Kekse und Schoko würde der Magen des Eichhörnchens zwar verdauen, doch diese Genussmittel führen zu Zahnschäden. Für einen freilebenden Nager bedeutet das den Tod. Gegen richtiges Füttern ist im Gegensatz zu anderen Tierarten kaum etwas einzuwenden, denn die Hörnchen überfressen sich nicht, der Rest wird versteckt. Die richtigen Leckerbissen sind: Hasel- und Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Karotten- und Apfelstücke, Trauben und Rosinen.

UMGEBUNGSTIPPS
Öffnungszeiten Schönbrunner Schloßpark
Täglich von 6:30 bis Dämmerungsbeginn

Öffnungszeiten Friedhof Hietzing
Täglich von 7:00 bis Dämmerungsbeginn
Gräber von: Gustav Klimt, Franz Grillparzer, Otto Wagner, Karl Böhm, Gerhard Fritsch,...

BUCHTIPP
Tiergarten Schönbrunn – Von der Menagerie des Kaisers zu Helmut Pechlaners Zoo der glücklichen Tiere. Gerhard Kunze
ISBN: 3950117903, LW Verlag

GASTRONOMIE
Altwiener Würstelstand am Tivoli
1120 Wien, Hohenbergstraße 23

Edelheuriger Wambacher
1130 Wien, Lainzer Straße 123

Von: Jine Knapp

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